Perspektive Tanz

Tanzen für Menschen mit einer Krebserkrankung

Krebs ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Eine Krebserkrankung bedeutet eine hohe Belastung für Patienten und ihre Angehörigen. Die Tumorerkrankung und die Therapie gehen mit vielfältigen Einschränkungen für das tägliche Leben einher. Sie beziehen sich auf körperliche, seelische, geistige und soziale Bereiche.

Viele Patienten können ihrer bisherigen Ausbildung oder Ihrem Beruf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nachgehen. Auch die Teilnahme an Freizeitaktivitäten mit der Familie und mit Freunden kann eingeschränkt sein. Beziehungen sind manchmal einer hohen Belastung ausgesetzt.

Aber es gibt auch viele positive Entwicklungen. Heute ist Krebs oft heilbar oder zumindest kann sein Wachstum gebremst, seine Ausdehnung verringert werden. Den Krebs zu bremsen bedeutet, dass diese Patienten mit ihrer Krebserkrankung leben können. Dabei geht es um den Gewinn von Lebenszeit aber auch Lebensqualität. Selbst wenn die Krebserkrankung fortschreitet oder gerade dann ist Lebensqualität ganz besonders wichtig.

Und beim Thema Lebensqualität und Teilhabe am Leben kommt Tobias Leidenschaft - der Tanz - ins Spiel.

Im Jahr 2016 haben, Frau Prof. Jutta Hübner und Tobias Wozniak, deshalb in Berlin ein Tanzprojekt für Patienten und ihre Partner begonnen.

Tanz spricht den ganzen Menschen an und im Tanz spricht der ganze Mensch. Tanz verbindet Körper, Seele und Geist. Tanz ist Tobias Leidenschaft, von der er Patienten etwas geben möchte. Tanz kann helfen, den Umgang mit der Krankheit zu verändern und zwar für Patienten und Angehörige.

 

Trainiert wird in zwei Gruppe– d.h. geübt wird in einem geschützten Raum, in dem sich keiner Gedanken machen muss ob er das überhaupt kann. Beim Training können alle Patienten mitmachen, egal welche Tumorerkrankung sie haben, egal ob während oder nach der Therapie. Das Training macht erst einmal Spaß - auch mit zwei linken Beinen und auch wenn das Gefühl für den Takt noch nicht gleich so richtig da ist.

Die Wissenschaft hat gezeigt, dass Bewegung gut für Patienten ist. Bewegung macht fit – wir werden mit dem Alltag besser fertig und Patienten vertragen die Therapie besser, sie haben weniger Nebenwirkungen. Patienten, die körperlich aktiv sind, haben eine bessere Prognose. Bewegung muss aber Spaß machen, sonst macht man es einfach nicht. Für Tobias und seine Teilnehmer gibt es keine schönere Form der Bewegung als den Tanz.

Tanzen ist vielfältig. Neben dem Körper tun wir etwas für die grauen Zellen – Walzer oder Cha-Cha-Cha? Grundschritte und Figuren, Führen und Folgen, da sind nicht nur die Schritte manchmal ganz schön anstrengend. Aber beim Tanzen kann jeder für sich „dosieren“, so dass niemand überfordert wird.

Tanz ist auch etwas für die Seele. Als Paar sind wir beim Tanz zu zweit in Bewegung, helfen uns gegenseitig bei den Figuren, erleben, dass es gemeinsam gelingen kann. 

Das Projekt wird wissenschaftlich von der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft begleitet. Die ersten Untersuchungen zeigen, was unsere Teilnehmer spüren: es geht Ihnen und Ihren Partnern besser!

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Berlin entwickeln Frau Prof. Jutta Hübner und Herr Tobias Wozniak das Projekt weiter. 2016 gab es zwei erfolgreiche Workshops für Patienten und ihre Partner: 2 Tage fand ein Wechsel aus Tanzen und laienverständlichen Vorträgen zum Thema Krebs statt. Diese Workshops werden dieses Jahr an anderen Orten und teilweise für besondere Zielgruppen wiederholt – so im April in der Tanzschule Walzerlinksgestrickt für Patienten mit Lungenkrebs und im Mai in Erfurt mit Patienten nach Kehlkopfkrebs.

 

Hier geht´s zur Stiftung-Perspektiven

Presseartikel der Berliner Morgenpost
Beim Tanzen die Krankheit vergessen.pdf
PDF-Dokument [1.4 MB]

Kontakt


Anrufen

E-Mail